Heimatvereinigung Schiffenberg
Ortsverein
Watzenborn-Steinberg e. V.

Der Schiffenberg im Jahre 2009 (alle Fotos von Jürgen Schu)

Der geschäftsführende Vorstand

(von links) Rechner Werner Uhmann, st. Vorsitzender Klaus-Dieter Schardt, Geschäftsführer Gernot Rödl, langjähriges Vorstandsmitglied Walter Velten aus Leihgestern, Vorsitzender Dr. Reinhard Kaufmann

Der neu gewählte Vorstand

 

Geschäftsführer
Gernot Rödl
Jenaer Straße 3
35440 Linden

 

Vorsitzender
Dr. Reinhard Kaufmann
Nonnenweg 2
35394 Gießen

 

Chronik der Heimatvereinigung Schiffenberg Gießen e. V.

Prof. Dr. Georg Erhardt

„… mitzuwirken, dass bei der Bevölkerung der Sinn für die landschaftlichen Schönheiten sowie die bedeutende geschichtliche Vergangenheit unserer Heimat immer wieder geweckt und vertieft wird und dass der ‚Schiffenberg’ mit seiner waldreichen Umgebung als ein allen zugänglicher Erholungsort erhalten bleibt...“,

sind einige der Ziele, die die Heimatvereinigung Schiffenberg e. V. seit ihrer Gründung im Jahre 1929 anlässlich der Feier zur 800-jährigen Wie­derkehr der Stiftung des Klosters Schiffenberg durch die Gräfin Clementia von Gleiberg am 17. Juni 1129 verfolgt. Aus einer „Vereinigung der Freunde des Schiffenberges“, zunächst vorwiegend getragen von Bürgern aus Gießen, entstand der Verein, der in seiner weiteren Entwicklung insbesondere nach der Neugründung am 12. September 1948 in seinen Aktivitäten im Wesentlichen von den Ortsvereinen Hausen, Klein-Linden, Leihgestern und Watzenborn-Steinberg reprä­sentiert wird. Als Vorsitzende fungierten seit dieser Zeit zunächst Stadtrat Hermann Kirchner aus Gießen bis 1955, Bürgermeister Albert Osswald, Gießen bis 1967, Ober­bür­germeister Bernd Schnei­der, Gießen bis 1977, Bürgermeister Karl Brückel, Watzenborn-Steinberg bis 1984, Hugo Müller, Hau­sen bis 1987, Albert Schwarz, Hau­sen bis 1991, Ober­bür­ger­meister Manfred Mutz, Gießen bis 2004. Im April 2004 wurde Dr. Rein­hard Kaufmann, Gießen zum Vorsitzenden gewählt.

Einen bedeutenden Einfluss auf die Aktivitäten der Heimatvereinigung hatte im Jahr 1972 die Übernahme der „Domäne Schiffenberg“, mit der ein landwirtschaftlicher Betrieb mit den dazugehörigen Gebäuden im Innenhof verbunden war, durch die Stadt Gießen vom Land Hessen und der Um- und Ausbau in den Jahren bis 1976.

Dabei brachte die Heimatvereinigung auf der Basis ihrer Ziele bei der Bauplanung, der Gestaltung der Außenanlagen und bei der geplanten Nutzung ihre Ideen und Vorstellungen ein. Die sich durch die Umgestaltung des Innenhofes ergebenden neuen Möglichkeiten der Präsentation nutzte die Heimatvereinigung über Jahre hinweg, zum Teil in Zusammenarbeit mit der Gießener Fünfzigervereinigung, und führte zahlreiche Schiffenbergfeste unter wesentlicher Einbindung der vier Ortsvereine durch. In den letzten Jahren gestaltet die Heimatvereinigung mit ihren Ortsvereinen einen Sonntagnachmittag im Rahmen des „Musikalischen Sommers“, der zu einer stark frequentierten Veranstaltung auf dem Schiffenberg geworden ist.

Ein besonderes Anliegen der Heimatvereinigung war und ist neben den kulturellen Aktivitäten auf dem Schiffenberg auch der Erhalt der Basilika. Durch die Bemühungen der Heimatvereinigung und einer großzügigen Unterstützung der „Gemeinnützigen Stiftung der Bezirkssparkasse Gießen“ klingt seit 1992 ein Nachguss der über 600 Jahre alten Marien­glocke, die seit 1965 verschwunden war, wieder bei Gottesdiensten. Auch wurde der Altarraum wieder mit einem Holzkreuz ausgestattet.

Mit der Heimatvereinigung unmittelbar in Ver­bindung steht auch der im Jahr 1967 mit finan­zieller Unterstützung des Landes Hessen unter Ministerpräsident Albert Osswald und der Ge­meinde Watzenborn-Stein­berg von Hei­mat­freuden rekonstru­ierte römische Wach­turm mit Palisaden und Wall am nörd­lichsten Abschnitt des Limes. Er steht auf dem Grundstück, das der Gießener Psychiater Prof. Dr. Robert Sommer in weiser Voraussicht bereits 1910 erwarb und im Jahr 1935 der Heimatvereinigung schenkte.

Auch wenn dieser rekonstruierte Wach­turm bei Historikern immer wieder auf­grund sei­ner Bauweise the­matisiert wird, hat er Eingang in das Wappen der Stadt Pohlheim gefunden. Er ist zudem ein beliebtes Ausflugsziel, da von hier aus ein wunderbarer Blick sowohl auf den Schiffenberg, als auch in Richtung Vogelsberg und Taunus möglich ist.

Die Zahl der Perso­nen, die sich mit den Zielen und Aktivitäten der Heimatvereinigung identifizierten, stieg kontinuierlich an und überschritt im Jahr 1992 die Mitgliederzahl 1000. Traditionsgemäß wird im Wechsel zwischen den Ortsvereinen alljährlich eine Adventsfeier mit Andacht auf dem Schiffenberg durchgeführt.

Die Brunnenwanderung durch den Schiffenberger Wald zur Jahreshauptversammlung ist ebenfalls ein fester Bestandteil im Jahresprogramm des Vereins.

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